Weißt du, welchen Lockentyp du hast? Die Antwort auf diese Frage ist der wichtigste erste Schritt zu einer Pflegeroutine, die wirklich funktioniert. Mit dem falschen Lockentyp kaufst du die falschen Produkte, verwendest die falschen Techniken – und wunderst dich, warum deine Locken nicht so aussehen, wie du es dir wünschst.
- Das Lockentyp-System erklärt
- So bestimmst du deinen Lockentyp
- Typ 2: Welliges Haar (2A, 2B, 2C)
- Typ 3: Lockiges Haar (3A, 3B, 3C)
- Typ 4: Coily/Krauses Haar (4A, 4B, 4C)
- Was der Lockentyp für deine Pflege bedeutet
- Häufige Fragen zum Lockentyp
Das Lockentyp-System erklärt
Das Lockentyp-System wurde ursprünglich von Stylistin und Autorin André Walker entwickelt und später von der Curl Community erweitert. Es unterteilt Haare in drei Hauptkategorien:
- Typ 2 (Wellen): S-förmige, wellige Muster – von leicht bis kräftig
- Typ 3 (Locken): Vollständige Spiralen – von locker bis eng
- Typ 4 (Coils): Sehr enge, dichte Muster – von S-förmig bis Zickzack
Jede Kategorie hat drei Untertypen (A, B, C), wobei A die loseste/leichteste Form ist und C die engste und dichteste. Insgesamt gibt es 9 Haupttypen, die die gesamte Bandbreite lockigen Haars abdecken.
So bestimmst du deinen Lockentyp
- Haare waschen – mit einem milden, sulfatfreien Shampoo
- Natürlich trocknen – ohne Stylingprodukte, nur mit einem Conditioner ausspülen
- Locken beobachten – wenn das Haar vollständig trocken ist, schaue dir die Form an
- Mit den Beschreibungen unten vergleichen – welche Form passt am besten?
Wichtig: Bestimme den Lockentyp immer ohne Produkte. Mit Leave-in oder Gel sieht fast jedes Haar definierter aus als es ist – und umgekehrt können fehlende Produkte die natürliche Lockenstruktur komplett verbergen.
Typ 2: Welliges Haar
Typ-2-Haare bilden S-förmige Wellen – von leicht und glatt bis kräftig und fast lockig. Die Wellen entstehen durch die natürliche Krümmung der Haarstruktur, bilden aber keine vollständigen Spiralen.
Flache, lockere Wellen, die oft erst ab der Hälfte des Haares sichtbar sind. Feine bis mittlere Haarstruktur, kaum Volumen an der Wurzel. Braucht die leichtesten Produkte aller Wellentypen.
Klares S-Muster von der Wurzel an, mehr Volumen als 2A. Neigt mehr zu Frizz, braucht leichte bis mittlere Produkte.
Die intensivsten Wellen – fast spiralförmig, sehr viel Volumen, starke Frizz-Neigung. Braucht intensivere Pflege ähnlich wie Typ-3-Locken.
Typ 3: Lockiges Haar
Typ-3-Haare bilden vollständige, dreidimensionale Spiralen. Die Locken reichen von großen, lockeren Ringeln bis zu engen Korkenziehern. Sie brauchen mehr Feuchtigkeit als Wellentypen und profitieren stark von definierenden Stylingprodukten.
Große, lockere Ringel in Sektglasgröße. Viel Volumen und Glanz, verliert schnell Form ohne Hold-Produkt. Reagiert gut auf Leave-in + Gel Kombination.
Mittlere bis enge Spiralen in Bleistiftdicke. Viel Volumen, hoher Feuchtigkeitsbedarf, wöchentliche Haarmaske empfohlen.
Sehr enge, dichte Korkenzieher in Strohhalm-Dicke. Großer Schrumpfungseffekt, sehr hoher Feuchtigkeitsbedarf, intensive Tiefenpflege unverzichtbar.
Typ 4: Coily / Krauses Haar
Typ-4-Haare haben die engsten, dichtesten Muster aller Lockentypen. Das Haar ist von Natur aus am trockensten und braucht die intensivste Feuchtigkeitspflege. Typ-4-Haare haben einen starken Schrumpfungseffekt – nasse Haare können deutlich kürzer aussehen als trocken.
4A: S-förmige Spiralen (Strohhalm-Größe). 4B: Z-förmige Zickzack-Muster. 4C: Sehr enge, dichte Muster mit minimalem sichtbarem Muster ohne Produkte. Alle drei brauchen maximale Feuchtigkeit und intensive Tiefenpflege.
Was der Lockentyp für deine Pflege bedeutet
Als Faustregel gilt: Je enger und dichter die Locken, desto mehr Feuchtigkeit braucht das Haar. Das hat konkrete Auswirkungen auf deine Produktwahl:
- Typ 2A–2B: Leichte Leave-ins, Mousses, leichte Gels – schwere Produkte beschweren die Wellen
- Typ 2C–3A: Mittlere Leave-ins, Cremes oder Gels – Balance zwischen Feuchtigkeit und Halt
- Typ 3B–3C: Reichhaltigere Leave-ins, starke Gels, wöchentliche Haarmasken
- Typ 4A–4C: Intensive Butter als Leave-in, LOC-Methode, wöchentliche Deep Conditioning Treatments
Darüber hinaus spielt auch die Porosität (wie gut das Haar Feuchtigkeit aufnimmt) und die Haarstruktur (fein, mittel oder kräftig) eine Rolle bei der Produktwahl. Die Lockentypen sind ein guter Ausgangspunkt – deine individuelle Routine entwickelst du durch Experimentieren.
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Kann ich mehrere Lockentypen gleichzeitig haben?
Ja, das ist sehr häufig. Die meisten Menschen haben mindestens zwei verschiedene Lockentypen auf dem Kopf – oft ist der Hinterkopf lockiger oder dichter als die Seiten und der Oberkopf. Das liegt an unterschiedlichen Follikeltiefen und -winkeln. Pflege dich nach dem häufigsten oder dem anspruchsvollsten Typ auf deinem Kopf.
Kann sich mein Lockentyp verändern?
Ja. Lockentypen können sich durch Hormonveränderungen (Schwangerschaft, Pubertät, Wechseljahre), chemische Behandlungen (Färben, Blondieren), Hitzeschäden oder durch eine veränderte Pflegeroutine verändern. Manchmal erscheinen auch Locken, die vorher durch Hitzestyling oder Sulfate unterdrückt waren, erst nach der Umstellung auf lockengerechte Pflege.
Welcher Lockentyp ist der "beste"?
Es gibt keinen besseren oder schlechteren Lockentyp. Jeder Typ hat seine eigene Schönheit und seine eigenen Pflegebedürfnisse. Ziel ist nicht, einen bestimmten Typ zu haben – sondern den eigenen Typ mit der richtigen Pflege optimal zur Geltung zu bringen.
Muss ich wirklich wissen, welchen Lockentyp ich habe?
Es hilft enorm bei der Produktwahl und der richtigen Routine. Wenn du weißt, ob du Typ 2A oder 3B bist, kannst du gezielt Produkte wählen statt blind auszuprobieren. Es ist aber kein Muss – Expertenberatung im Salon kann dir auch ohne Typenklassifizierung helfen.
Wie finde ich heraus, ob ich Typ 3 oder Typ 4 bin?
Nimm eine einzelne trockene Locke ohne Produkte und schau, welches Muster sie bildet. Vollständige, dreidimensionale Spiralen (auch wenn sie eng sind) = Typ 3. Z-förmige oder sehr enge, fast nicht sichtbare Muster = Typ 4. Im Zweifel: Ein Besuch im Lockenfriseur bringt sofort Klarheit.
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