Curly Girl Methode: Anleitung für Anfänger | AMUA

Die Curly Girl Methode hat die Lockenpflege weltweit revolutioniert. Millionen Menschen haben durch sie ihre natürliche Lockenstruktur neu entdeckt – und gelernt, was ihre Locken wirklich brauchen. In dieser Anleitung erfährst du alles, was du als Anfänger wissen musst: Was die CGM wirklich ist, wie du sicher startest, welche Techniken den Unterschied machen und was du in den ersten Wochen erwarten kannst.

In diesem Artikel:
  • Was ist die Curly Girl Methode?
  • Die Grundprinzipien der CGM
  • CGM Schritt für Schritt starten
  • Die wichtigsten Locken-Techniken
  • Die Übergangsphase: Was du erwarten kannst
  • CGM nach Lockentyp anpassen
  • Häufige Fragen zur CGM

Was ist die Curly Girl Methode?

Die Curly Girl Methode (CGM) wurde von der amerikanischen Friseurin Lorraine Massey entwickelt und erstmals 2001 in ihrem Buch „Curly Girl: The Handbook" beschrieben. Die Grundidee: Lockiges und welliges Haar hat spezifische Bedürfnisse, die von herkömmlichen Pflegeprodukten oft nicht nur ignoriert, sondern aktiv geschädigt werden.

Sulfate in Shampoos entfernen nicht nur Schmutz, sondern auch die natürlichen Öle, die das Haar feucht und elastisch halten. Silikone glätten kurzfristig, bauen sich aber auf dem Haar auf und blockieren langfristig die Feuchtigkeitsaufnahme. Das Ergebnis nach Jahren dieser Pflege: trockenes, frizziges Haar, das seine natürliche Lockenform kaum noch zeigt.

Die CGM setzt dagegen: auf schonende Reinigung, intensive Feuchtigkeit und Techniken, die die natürliche Lockenstruktur unterstützen statt zerstören.

Die Grundprinzipien der CGM

Was du vermeiden solltest

  • Sulfate (SLS, SLES, ALS): Zu aggressive Reinigungsmittel, die das Haar austrocknen und die natürlichen Öle entfernen
  • Silikone (enden auf -cone, -conol, -xane): Bauen sich auf dem Haar auf, blockieren Feuchtigkeit und lassen sich nur mit Sulfaten wieder entfernen
  • Austrocknende Alkohole (Alcohol denat., SD Alcohol): Entziehen dem Haar Feuchtigkeit – Finger weg bei Locken
  • Baumwollhandtücher: Rufen durch Reibung Frizz und Knotenbildung hervor
  • Intensive Hitze ohne Schutz: Schädigt die Proteinstruktur des Haares dauerhaft

Was die CGM empfiehlt

  • Sanfte Reinigung: Sulfatfreies Shampoo oder Co-Wash (Waschen nur mit Conditioner)
  • Intensive Feuchtigkeit: Conditioner, Leave-in-Pflege, regelmäßige Haarmasken
  • Schonendes Trocknen: Mikrofaserhandtuch, Baumwoll-T-Shirt oder Diffusor auf niedriger Stufe
  • Stylen auf nassem Haar: Alle Produkte werden auf feuchtem oder nassen Haar aufgetragen
  • Hands off beim Trocknen: Locken nicht anfassen, bis sie vollständig getrocknet sind
💡 Amuà Tipp: Du musst nicht 100 % streng sein. Die CGM ist eine Philosophie, kein starres Regelwerk. Fang mit den wichtigsten Punkten an – sulfatfreies Shampoo, silikonfreier Conditioner – und verfeinere deine Routine Schritt für Schritt.

CGM Schritt für Schritt starten

Schritt 1: Der Reset Wash

Bevor du mit der CGM beginnst, verwendest du einmalig ein klärendes Shampoo, das alle alten Produktrückstände – besonders Silikone – gründlich aus dem Haar entfernt. Ohne diesen Reset-Schritt sitzen die alten Silikonablagerungen noch im Haar und blockieren die Feuchtigkeit, die du ab jetzt zuführst.

Schritt 2: Produkte überprüfen

Überprüfe deine aktuellen Pflegeprodukte auf schädliche Inhaltsstoffe. Apps wie Is It CG? oder CurlsBot helfen dabei, Produkte schnell zu scannen. Ersetze, was nicht CG-konform ist.

Schritt 3: CGM-Basisprodukte aufbauen

Du brauchst mindestens vier Produkte: ein sulfatfreies Shampoo oder Co-Wash für die Reinigung, einen silikonfreien Conditioner für die Grundpflege, ein Leave-in für die tägliche Feuchtigkeit und ein Stylingprodukt für Definition und Halt.

Schritt 4: Die Washroutine

  1. Haare gründlich unter warmem Wasser anfeuchten
  2. Sulfatfreies Shampoo auf der Kopfhaut anwenden – Spitzen aussparen
  3. Conditioner von den Spitzen bis zur Mitte einarbeiten, Squish-to-Condish-Technik anwenden
  4. Conditioner locker ausspülen – etwas darf im Haar bleiben
  5. Leave-in auf noch nasses Haar auftragen
  6. Stylingprodukt (Creme oder Gel) einarbeiten
  7. Mit Mikrofaserhandtuch oder Plopping trocknen

Die wichtigsten Locken-Techniken

Praying Hands – Betende Hände

Produkte zwischen den Handflächen verteilen und die Strähnen mit aneinandergepressten Händen von oben nach unten glätten. Diese Technik reduziert Frizz beim Auftragen und hilft dabei, das Produkt gleichmäßig zu verteilen, ohne die Locken aufzureißen.

Squish to Condish

Unter fließendem Wasser den Conditioner in die nassen Locken eindrücken (squish), bis ein quietschendes Geräusch entsteht. Die Locken saugen dabei Wasser und Conditioner gleichzeitig auf – das erhöht die Feuchtigkeit im Haar erheblich und ist besonders für Locken ab Typ 2C empfohlen.

Plopping

Ein Mikrofaserhandtuch oder Baumwoll-T-Shirt flach auf einer Oberfläche auslegen. Die nassen, gestylen Locken mittig ablegen, dann das Tuch über den Kopf wickeln und 20–30 Minuten warten. Das Plopping entfernt überschüssiges Wasser, erhält dabei die Lockenform und reduziert Frizz deutlich gegenüber normalem Abtupfen.

Diffusen

Mit einem Diffusor-Aufsatz auf niedriger Temperaturstufe föhnen. Die Locken werden portionsweise in den Diffusor gelegt und von unten nach oben getrocknet – das schont die Struktur, gibt mehr Volumen und beschleunigt die Trocknung ohne Frizz.

Scrunch out the Crunch (SOTC)

Wenn du Gel verwendest, bildet sich beim Trocknen ein fester „Gel Cast" – eine leichte Kruste um die Locken. Das ist normal und gut. Sobald das Haar vollständig trocken ist, diese Kruste durch sanftes Eindrücken (Scrunching) aufbrechen. Das Ergebnis: weiche, definierte Locken mit Halt.

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Die Übergangsphase: Was du erwarten kannst

Die meisten Menschen berichten, dass ihre Locken in den ersten 2–4 Wochen noch nicht so aussehen, wie erhofft. Das ist völlig normal und kein Zeichen, dass die CGM nicht funktioniert. Dein Haar hat sich über Jahre an bestimmte Inhaltsstoffe gewöhnt. In der Übergangsphase kann es sein, dass die Locken schlaffer wirken als gewohnt, Frizz zunächst sogar etwas stärker wird, die Kopfhaut mehr produziert (besonders bei der Umstellung auf Co-Wash) oder einzelne Techniken noch nicht gut sitzen.

Nach 4–8 Wochen konsequenter CGM-Routine verbessern sich die Locken bei den meisten Menschen spürbar. Geduld ist die wichtigste Zutat in dieser Phase.

CGM nach Lockentyp anpassen

Die CGM funktioniert für alle Lockentypen – aber nicht jeder braucht dasselbe. Welcher Lockentyp bist du? Das bestimmt, wie intensiv deine Feuchtigkeitspflege sein sollte und welche Stylingprodukte am besten passen.

  • Wellige Locken (Typ 2A–2C): Leichtere Produkte bevorzugen, zu viel schwere Feuchtigkeit kann die Wellen beschweren und ausdehnen
  • Ringel-Locken (Typ 3A–3C): Gute Balance aus Feuchtigkeit und definierenden Stylingprodukten – sowohl Cremes als auch Gels funktionieren gut
  • Kinkig-krauses Haar (Typ 4A–4C): Intensive Feuchtigkeit ist essenziell, reichhaltige Leave-ins und Butters sind besonders empfohlen

Häufige Fragen zur Curly Girl Methode

Muss ich komplett auf Sulfat-Shampoo verzichten?

Im Alltag ja – sulfatfreie Shampoos reinigen sanft, ohne die Feuchtigkeit zu entfernen. Einmal pro Monat ein klärendes Shampoo kann jedoch sinnvoll sein, um Produktaufbau zu entfernen. Den Rest des Monats bleibt das sulfatfreie Shampoo die richtige Wahl.

Kann ich Gel mit der CGM verwenden?

Ja, absolut. CG-konforme Gels (ohne Silikone) sind hervorragend für mehr Definition und Halt. Nach dem Trocknen bildet sich ein Gel Cast (Kruste), die du durch leichtes Scrunching wieder weichmachst – dieser Schritt heißt „Scrunch out the Crunch" (SOTC).

Wie lange dauert es, bis ich Ergebnisse sehe?

Die meisten Menschen sehen nach 4–8 Wochen signifikante Verbesserungen. Die ersten 2–3 Wochen sind die Übergangsphase – Geduld zahlt sich aus. Bei manchen geht es schneller, bei anderen dauert es länger, je nachdem wie der Haarzustand vor der CGM war.

Kann ich die CGM bei gefärbtem Haar machen?

Ja. Gefärbtes Haar braucht sogar besonders viel Feuchtigkeit, was die CGM genau liefert. Achte auf besonders intensive Feuchtigkeitspflege und vermeide zusätzliche Hitze. Eine wöchentliche Haarmaske ist besonders empfehlenswert.

Was ist der Unterschied zwischen CGM und Wavy Girl Methode?

Die Wavy Girl Methode ist eine angepasste Version der CGM speziell für welliges Haar (Typ 2A–2C). Wellige Haare reagieren oft besser auf leichtere Produkte und etwas weniger intensive Feuchtigkeit als starke Ringel-Locken. Die Grundprinzipien – kein Sulfat, kein Silikon, schonend trocknen – bleiben dieselben.

Brauche ich alle CGM-Techniken von Anfang an?

Nein. Fang mit dem Wichtigsten an: die richtigen Produkte und schonend trocknen. Die Techniken wie Squish to Condish oder Plopping kannst du nach und nach hinzufügen, wenn du dich damit wohler fühlst.

Fazit

Die Curly Girl Methode ist kein striktes Regelwerk, sondern eine Pflegephilosophie: Gib deinen Locken Feuchtigkeit, nutze lockenfreundliche Inhaltsstoffe und lerne die richtigen Techniken. Die Ergebnisse sprechen für sich – gesündere, definierte, strahlende Locken.

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